143 30% Wachstum pro Jahr ohne mehr Marketingbudget: der Flaconi-cheat-Code
Shownotes
In dieser Folge von insights! trifft Joubin Rahimi Bastian Siebers, CEO von Flaconi - der Nummer 1 im digitalen Premium-Beauty-Segment in Deutschland. Bastian bringt 25 Jahre E-Commerce-Erfahrung mit, hat Flaconi in dreieinhalb Jahren von einem stagnierenden Unternehmen zu einem der am schnellsten wachsenden Beauty-Platzhirsche Deutschlands transformiert. Im Gespraech erfaehrst du, warum der klassische USP-Gedanke eine Luege ist, wie ein NPS von 84 realistisch erreichbar ist, was hinter dem WE-Commerce-Konzept steckt - und weshalb das Motto 'Day One' bei Flaconi fuer 2026 alles bedeutet.
3 Key Takeaways
Value Selling statt USP: Kein Kunde sucht nach einem 'anderen' Händler. Der Kunde sucht nach dem besseren Angebot. Wer das verinnerlicht, optimiert Leistung statt Messaging - und wachst damit schneller als alle anderen.
Retention ist der echte Wachstumshebel: Flaconi hat seinen Umsatz in drei Jahren verdoppelt - ohne das Marketingbudget zu erhöhen. Der Schlüssel liegt im NPS-getriebenen Wiederkäufer-Modell und in einer konsequenten Investition in Kundenzufriedenheit statt Neukundenakquise.
KI als Serviceverstärker, nicht als Kostensparer: Mit ihrer eigenentwickelten 'Gerda AI' automatisiert Flaconi 20 bis 25 Prozent aller Kundenanfragen und nutzt die gewonnene Zeit, um an den wirklich wichtigen Kundenmomenten noch menschlicher zu sein.
Über synaigy:
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Transkript anzeigen
00:00:00: Grandios, dass ihr wieder dabei seid zu einer neuen Folge von insights!
00:00:03: Mein Name ist Joubin Rahimi und heute sind wir auf dem ECC Forum
00:00:07: im SANAA Gebäude und mit mir ist Bastian Siebers, Geschäftsführer von Flaconi.
00:00:14: Und ich freue mich total, dass wir heute zusammen ein bisschen Zeit verbringen
00:00:16: können und uns austauschen können. Ich freue mich auch sehr.
00:00:19: Magst du zwei, drei Sätze mal zu dir sagen?
00:00:21: Du bist zwar sicherlich auch in dieser Community bekannt, aber vielleicht gibt es
00:00:25: auch den einen oder anderen, der dich noch nicht hat sprechen hören.
00:00:27: Okay, also die Kurzversion.
00:00:29: Bastian, 50 Jahre alt, verheiratet, zwei Kinder, bin im E Commerce
00:00:33: seit über 25 Jahren.
00:00:34: Das heißt, ich habe mal 2001 das letzte Praktikum bei der Quelle gemacht
00:00:38: im Bereich neue Werbewege.
00:00:40: Das war das Internet und das hat mich nie wieder losgelassen.
00:00:43: 7 Jahre Konzern Karstadt Quelle, 14 Jahre Tengelmann Venture Commerce
00:00:47: gemacht, E Commerce gemacht.
00:00:49: Ich glaube mit 33 das erste Mal einen CEO Posten übernommen und dann nie, ich sag
00:00:54: mal, wieder auf einem Platz zwei konnte ich nicht mehr.
00:00:56: Ich war quasi danach nur noch irgendwie Platz 1 Position zu haben.
00:01:01: Ich bin seit dreieinhalb Jahren habe ich die große Ehre, Flaconi
00:01:03: zu führen in Berlin.
00:01:05: Tolles Unternehmen in der Beauty und macht großen Spaß.
00:01:08: Ich habe dich das erste Mal gesehen, da war ich Zuschauer, da warst du auch auf
00:01:11: einer ähnlichen Veranstaltung wie hier.
00:01:13: Das war eine Garten Company zum. Garten XXL.
00:01:17: Und ich kann mir noch ganz genau sagen, was du gesagt hast.
00:01:20: Und zwar die neue Erfahrung, die du im Internet einmal erlebst,
00:01:25: ist der Standard von morgen. So ist es.
00:01:27: Du hast es wahrscheinlich noch viel eloquenter formuliert, aber das ist
00:01:30: ein geiler Satz, habe ich da zum allerersten Mal von dir da gehört.
00:01:34: Ja, so ist das. Und ich sehe es auch immer noch genauso.
00:01:37: Das heißt also, wenn wir den Blick auf Leistung bringen, dann sind wir
00:01:41: insbesondere jetzt bei Flaconi und das ist unser Mindset.
00:01:44: Wir sagen, wir müssen die Besten sein in dem, was wir tun.
00:01:47: Und das bedeutet im Übringen.
00:01:48: Sei besser als der Wettbewerb, sei es zum Wohle des Kunden und
00:01:53: tatsächlich, deine Leistung ist wiederum auch die Latte, die du beim nächsten
00:01:56: Mal wieder überspringen musst.
00:01:57: Und das war genau das, was ich damals gefühlt habe bei Garten XXL.
00:02:01: Und das fühle ich heutzutage noch eins zu eins immer noch.
00:02:04: Das heißt, dieser Wettbewerbsfaktor, dieses nicht stehenbleiben, besser werden,
00:02:09: wenn es irgendwas gibt, was mich treibt, dann ist es genau das.
00:02:12: Und wer sind die Wettbewerber?
00:02:13: Douglas Parfümerie Pieper oder sind es ganz andere?
00:02:17: Es ist genauso wie du beschreibst, um das nochmal zu beschreiben, wir sind ja
00:02:20: die Nummer 1 im digitalen Beauty Premium Segment.
00:02:25: Das heißt also, wir verkaufen, ich sag mal, wir fangen
00:02:29: dort an, wo ein Drugstore eigentlich aufhört, also Rossmann, Amazon und auch
00:02:34: irgendwie ein DM, die machen tolles Business, da kannst du irgendwie Shampoo
00:02:37: kaufen, da kannst du irgendwie ein günstiges Parfüm kaufen.
00:02:40: So und da ist dann irgendwie ein Jil Thunder ist irgendwie Schluss und wir
00:02:43: fangen an, wo Jil Thunder sozusagen aufhört.
00:02:46: Das heißt also, wir gehen nach ganz oben in Richtung Dior, Chanel,
00:02:51: die wirklich teuren Brands und bis hin in die Nische nennen wir das.
00:02:54: Und dementsprechend sind wir im Wettbewerb mit dem Douglas mit einem Pipier.
00:02:58: Es gibt internationale Wettbewerber, es gibt den Notino, großer Anbieter in
00:03:02: Tschechien, es gibt den Lyco, ist ein großer Anbieter in Schweden
00:03:06: oder in den Nordics.
00:03:07: Wir sind irgendwie im Wettbewerb mit den, ich sag mal, Partnern wiederum wie
00:03:11: Sephora, die in Frankreich sehr stark sind.
00:03:13: Also am Ende des Tages, you name it.
00:03:16: Wir müssen im Endeffekt besser sein zum Wohle des Kunden.
00:03:19: Ansonsten gibt es keine Berechtigung bei uns einzukaufen.
00:03:22: Einmal nur noch zum Verständnis.
00:03:23: Seid ja auch in diesem Luxury Segment oben drüber, wo dann halt, was weiß ich,
00:03:28: Diptyque, Safran, wie die Marken heißen, die es dann eigentlich gar
00:03:32: nicht mehr bei Douglas gibt.
00:03:34: Also auch dort, ich würde jetzt sagen, viele Sachen gibt es auch bei Douglas.
00:03:38: Ich glaube, es gibt noch Niche Beauty, das ist eine Tochter quasi von Douglas, die
00:03:42: sich insbesondere in diesen Nischenbereich quasi wirklich eben
00:03:46: halt reingesetzt haben.
00:03:47: Und alles, was die haben, bieten wir aber auch.
00:03:49: Das heißt also, unser Anspruch ist sowohl im Sortiment als auch wirklich im Pricing
00:03:54: als auch in der Technik wirklich immer ein überlegenes Angebot zu machen.
00:03:58: Das heißt also, wir nennen das Value Selling Proposition, nicht USP, nicht sei
00:04:04: anders als der Rest der Welt, sondern sei einfach besser, weil das ist das, was
00:04:08: einen Kunden tatsächlich interessiert.
00:04:10: Kein Kunde sucht nach einem anderen Händler, der Kunde sucht
00:04:13: nach dem besseren Angebot.
00:04:14: Und wie viel USP kann man auch in deiner und meiner Branche wirklich haben?
00:04:17: Also ich glaube, da musst du besser sein.
00:04:19: Ja, aber stell dir das mal vor, ich weiß nicht, seit 25 Jahren bin ich in der
00:04:22: Branche und alle erzählen sich, die Lüge sei anders und ich stehe davor und denke
00:04:26: immer, die haben sie doch nicht alle nochmal.
00:04:28: Anders sein ist überhaupt nichts wert.
00:04:30: Anders sein bedeutet dem Kunden irgendwas vorzumachen.
00:04:32: Was wir sagen ist, es gibt sogenannte Fitnessfaktoren, die für den Kunden
00:04:36: wirklich den Unterschied machen.
00:04:38: Und wenn du da richtig gut bist, dann sieht der Kunde das und dann ist der Kunde
00:04:41: nachher zufrieden und wenn er zufrieden ist, kommt er wieder zurück und dann
00:04:44: verdienst du auch Geld damit, weil du musst nicht teures
00:04:46: Neukundenmarketing machen.
00:04:48: Retention, das ist der Hebel, der uns erfolgreich macht.
00:04:52: Und du hast am Anfang gesagt, okay, du hast eine Messlatte mit dem Team, ihr als
00:04:56: Firma und Jahr für Jahr geht man ein bisschen höher, immer drüber.
00:05:01: Wo hast du die Messlatte am Anfang vorgefunden und war da schon diese Kultur?
00:05:06: Konntest du darauf aufbauen oder war das die erste Aufgabe?
00:05:09: Es war meine Erwartungshaltung.
00:05:12: Das Unternehmen gab es zu dem Zeitpunkt seit elf Jahren, es hat über 300 Millionen
00:05:16: Euro Umsatz gemacht und es war ein Name wie Donnerhall.
00:05:20: Das heißt also mein Gefühl, ich übernehme jetzt Hertha BSC, die sind zwar gerade
00:05:25: nicht so erfolgreich, aber die können Fußball spielen, die sind gut drauf, die
00:05:28: sind fit und austrainiert und so war jetzt irgendwie meine Idee.
00:05:31: Und dann bin ich reingekommen nach Berlin und habe vorgefunden, tatsächlich
00:05:36: Leute, die in der Beauty richtig gut waren, aber die im E Commerce
00:05:40: tatsächlich nicht wettbewerbsfähig waren.
00:05:42: Und das war eine riesen Überraschung für mich.
00:05:44: Das heißt also mein Gedanke war von außen betrachtet, die müssen eigentlich viel
00:05:48: besser sein, sonst kann man gar nicht so weit kommen.
00:05:51: Habe aber festgestellt, die sind so weit gekommen, alleine mit
00:05:55: großer Beauty Expertise.
00:05:57: Und wenn man das jetzt verbindet quasi mit meinem Anspruch, meiner
00:06:02: Wettbewerbsfähigkeit und auch der Erfahrung, die ich aus dem E-Commerce aus
00:06:05: vielen Jahren mitbringe, dann ist das vielleicht wahrscheinlich
00:06:09: irgendwie, ich sag mal ein Thema.
00:06:12: Ich habe eine Kollegin, wir haben gleichzeitig angefangen und die Kollegin
00:06:15: kommt von Sephora, ist also ganz stark aus der Beauty und ich kam aus dem Ruhrgebiet,
00:06:21: aus dem Thema Umsetzungsstärke.
00:06:23: Und wir haben dann am Anfang gesagt, the Beauty and the Beast zusammen,
00:06:27: du warst nicht the beauty
00:06:30: I was the beast and I am.
00:06:33: Okay, Aber Ruhrgebiet ist auch viel klarere und deutlichere
00:06:37: Sprache als in Berlin.
00:06:39: Also so bekomme ich das gerade mit.
00:06:41: Wie war es, also kulturell haben die gesagt, ja endlich haut das jemand mal
00:06:44: direkt raus oder war das, wie bist du damit umgegangen?
00:06:48: Ich glaube, so viel Klarheit war man nicht gewohnt.
00:06:51: Und dementsprechend war es am Anfang schwer.
00:06:54: Aber ich habe mich sehr früh, also ehrlicherweise nach drei Tagen oder
00:06:59: eigentlich am Anfang des dritten tags, morgen um 4 Uhr, habe ich mich
00:07:02: entschieden, quasi die nette Variante wegzulassen und einfach eine komplett
00:07:07: schonungslose Bestandsaufnahme für alle Mitarbeiter zu machen.
00:07:11: Und ich glaube, das war hart für alle, auch für mich, weil es
00:07:14: auch ein Risiko darstellte.
00:07:16: Es war aber für alle, glaube ich, sehr heilsam.
00:07:20: Ich glaube, jeder wusste, woran er ist.
00:07:22: Jeder wusste von Anfang an, ob er mir jetzt geglaubt hat oder nicht oder gesagt
00:07:26: hat, das was Bastian sagt, ist richtig, Aber die wussten ganz genau,
00:07:30: ich halte nicht hinterm Berg.
00:07:33: Wäre auch meine Empfehlung in jeder Transformation, in jeder Digitalisierung.
00:07:36: Es bringt nichts, das langsam zu machen.
00:07:38: Sei schnell, sei mutig, fall auch mal auf die Nase, Fehler können passieren, aber
00:07:44: sei sehr ehrlich und sehr offen gegenüber allen Kollegen.
00:07:48: Dann kann sich jeder entscheiden, ob er mit dabei sein möchte
00:07:50: oder eben halt rausgeht.
00:07:52: Es gab auch ein paar Leute, die haben nicht gepasst.
00:07:54: Es gab ein paar Leute, die gegangen sind, aber ehrlicherweise, es waren nicht viele.
00:07:58: Ich hätte jetzt gesagt, 95 Prozent der Firma sind die gleichen
00:08:01: Leute, wie sie früher gewesen sind.
00:08:03: Wir arbeiten nur mittlerweile ganz anders miteinander.
00:08:06: Das ist wie eine Fußballmannschaft, die mittlerweile ein sehr hohes Pressing
00:08:10: spielt, die sehr stark auf den ballführenden Mann geht, die wirklich
00:08:16: einen ganz anderen Ball oder ein ganz anderes Business mittlerweile pflegen.
00:08:19: Und das war eine gute und richtige Ansprache war notwendig.
00:08:24: Okay, das waren am dritten Tag.
00:08:26: Du hast gesagt, du wolltest irgendwie 100 Tage angucken oder
00:08:30: der alte und der neue Bastian.
00:08:33: Ich hatte es mir vorgenommen und ich hatte es auch so abgesprochen mit den
00:08:36: Shareholdern, 100 Tage Analyse und dann Umsetzung.
00:08:39: Aber ich habe nach zwei Tagen wirklich festgestellt,
00:08:43: dass ich genug analysiert hatte.
00:08:44: Das heißt also, für mich war so klar, dass das eigentliche Problem das
00:08:49: Miteinander gewesen ist und weitere 98 Tage zu akzeptieren.
00:08:53: Dass das miteinander falsch läuft.
00:08:55: Da war ich der Falsche für und dementsprechend habe ich mich für
00:08:59: Handlung und Veränderung entschieden.
00:09:03: Wer weiß, vielleicht habe ich auch nur einen Grund benötigt, um wieder, ich sag
00:09:08: mal, in meinen alten Habitus zu verfallen.
00:09:10: Aber ich war mir zu 100 Prozent sicher, dass es das Richtige war.
00:09:13: Und am Ende, wenn man jetzt dreieinhalb Jahre später drauf guckt,
00:09:16: die Geschichte nicht ganz so schlecht.
00:09:18: Es war richtig, Es war richtig.
00:09:22: Die Kultur ändert sich ja.
00:09:24: Und ich glaube, die Kultur ändert sich ja jetzt nochmal in einigen Bereichen.
00:09:27: Durch AI verändert sich ja die Arbeitsweise.
00:09:31: Ich sehe zu einem LinkedIn sich total viel, wo ihr mit dem Team, wo du
00:09:35: mit dem Team bist, ihr feiert euch.
00:09:39: Work hard, party hard, ja, gehört dazu und super.
00:09:43: Das ist meine Wahrnehmung einfach nur, ohne dass wir darüber gesprochen haben.
00:09:47: Jetzt das Thema AI, wie geht ihr damit um?
00:09:50: Also gerade selber zu nutzen.
00:09:52: Mir geht es nicht um die nächste Funktion oder so, sondern die
00:09:54: Arbeitsweisen verändern sich.
00:09:55: Ja, aber ich mag dir widersprechen.
00:09:57: Ich glaube, die Kultur ändert sich nicht.
00:10:00: Wenn du die Kultur hast, hast du etwas, was ich sage mal, die Grundlage ist, um
00:10:04: Technik, um Tools, um Veränderungen im Markt mitzumachen, sie aufzugreifen und
00:10:10: vielleicht als einer der ersten in der richtigen Weise für den Kunden tatsächlich
00:10:15: in bessere Leistungen umzusetzen.
00:10:17: Und bessere Leistung kann sein, dass ich für den Kunden etwas biete, was er vorher
00:10:21: nicht hatte oder beispielsweise ein Punkt, der für mich vorher Kosten verursacht hat,
00:10:26: die ich aber jetzt danach nicht mehr habe in Form von Automatisierung.
00:10:29: Und ich kann dann wiederum quasi für den Kunden, an dem es für den Kunden total
00:10:33: essentiell ist, wiederum mehr Menschlichkeit bieten.
00:10:36: Das heißt, ich muss eigentlich verstehen, wo braucht der Kunde den menschlichen
00:10:40: Kontakt, wo kostet der mich Geld, was kann ich eigentlich tun, um
00:10:44: es besser zu machen?
00:10:45: Und wie schaffe ich eine Organisation, die genau eigentlich das tut, nämlich
00:10:49: eine Organisation, die lernt.
00:10:51: Eine Organisation, die sich verändern möchte, eine Organisation, die
00:10:54: einen Kunden verstehen möchte.
00:10:55: Und das war genau ehrlicherweise das, was ein bisschen zu dem Zeitpunkt gefehlt hat.
00:11:00: Ich glaube, es gab eine Organisation, die war sehr beauty zentriert.
00:11:04: Das heißt also, man hat sich sozusagen die Geschichte erzählt, wir sind die Besten
00:11:08: in der Beauty und das war total gut.
00:11:11: Aber ehrlicherweise reicht das nicht, wenn du quasi ein Beauty E Commerce Unternehmen
00:11:16: sein willst, dann musst du auch der Beste in der Beauty sein und im E Commerce.
00:11:21: Und was wir noch drauf gemacht haben, wir haben das auch in der Mission mal
00:11:23: aufgeschrieben, wir haben damals zusammengeschrieben und haben gesagt, wir
00:11:26: müssen die Besten sein im Beauty Expertise in dem Thema E Commerce Competence.
00:11:32: Und wir haben noch dazu genommen das Thema Customer Centricity.
00:11:36: Das heißt also für uns war ganz entscheidend, dass wir für den Kunden
00:11:39: diesen Mehrwert liefern und das leben wir jeden Tag.
00:11:43: Und ich glaube, nehmen wir nochmal AI.
00:11:45: Es kommen jetzt Tools, es kommen Themen an den Tag, die bedeuten einfach, dass sich
00:11:50: der Markt, die Kunden einfach noch schneller entwickeln.
00:11:54: Und was man einfach schauen muss, sind wir in der Lage, schneller auf sowas
00:11:58: zu reagieren als der Wettbewerb.
00:12:00: Und ich habe dir was von meinen Wettbewerbern erzählt und ehrlicherweise
00:12:03: ja, wir sind so viel schneller.
00:12:05: Das heißt also warum sind wir so viel erfolgreicher?
00:12:09: Weil wir zum Wohle des Kunden so viel schneller reagieren und wieder
00:12:13: neuen Kundennutzen produzieren.
00:12:15: Wir haben die Umsätze in drei Jahren verdoppelt, das heißt, während der Rest
00:12:18: des E Commerce so ein bisschen stehen geblieben ist seit 2022
00:12:22: haben wir im Schnitt 30 Prozent Wachstum gemacht jedes Jahr und jedes
00:12:26: Jahr mehr Geld verdient.
00:12:27: Das heißt also es gibt ja andere Beispiele, da investieren
00:12:31: alle ins Marketing.
00:12:32: Mein Marketingbudget ist noch so groß wie vor dreieinhalb Jahren.
00:12:35: Das heißt also ich mache jetzt den doppelten Umsatz mit demselben
00:12:38: Marketingbudget mit derselben Truppe und guess what.
00:12:46: Spannendes gesagt, mit AI mehr Zeit zu schaffen, dass ihr
00:12:50: am Kunden besser sein könnt. Was macht ihr?
00:12:53: Also wir haben ganz viele Kunden, die sagen, ich möchte mit AI
00:12:56: vor allem Kundenanfragen automatisiert beantworten, schneller beantworten,
00:13:00: vielleicht auch sogar einer besseren Qualität.
00:13:03: Jetzt seid ihr im Beauty Bereich, wollt ihr das auch machen oder ist es eher, dass
00:13:07: wirklich Menschen dann halt in so eine direkte Kommunikation gehen?
00:13:12: Also vielleicht noch mal vorne angefangen.
00:13:14: Wir haben ein Konzept, das nennen wir WE Commerce, nicht E Commerce, sondern das WE
00:13:19: das Miteinander, dass wir das entscheidet, oder das macht eigentlich den Unterschied.
00:13:24: Und wir haben innerhalb unseres WeCommerce Konzeptes drei Anspruchsgruppen.
00:13:29: Das eine sind die Kunden.
00:13:31: Thema Kundenorientierung.
00:13:32: Schreibt sich jeder auf die Fahne, macht trotzdem jeder falsch,
00:13:34: wir machen es am besten.
00:13:36: Das nächste ist Zentrierung auf die Flaconis, das heißt, die Mitarbeiter.
00:13:40: Das heißt, das sind Menschen, es geht um langfristige Beziehungen untereinander.
00:13:44: Wenn man sich besser kennenlernt, reagieren wir und arbeiten
00:13:48: wir viel, viel besser.
00:13:49: Und das Dritte sind die Partner, das heißt die Brands oder auch unsere
00:13:53: Technikpartner und alle anderen.
00:13:54: Das heißt also diese langfristige Relationship und langfristige Optimierung.
00:13:59: Das mal als erstes genannt.
00:14:01: Und lass mich mal ein Beispiel rausnehmen.
00:14:03: Das Thema Customer Service ist das einfachste Beispiel.
00:14:08: Wir nutzen eine eigenentwickelte AI.
00:14:11: Im Endeffekt heißt die Gerda AI.
00:14:13: Im Übrigen, wir haben damals gesagt, lass uns irgendwie einen deutschen langweiligen
00:14:16: Namen finden, der sozusagen eigentlich irgendwie bestmöglich widerspiegelt, wer
00:14:21: da möglicherweise in Anführungszeichen, ich sag mal so langweilige Fragen in
00:14:25: Anführungszeichen beantworten kann.
00:14:27: Wo ist mein Paket?
00:14:28: Da brauchst du keinen Menschen, sondern was du brauchst als Kunde ist, du willst
00:14:32: eine sehr schnelle Antwort haben auf deine Frage und du musst einfach nur in die
00:14:37: Datenbank gucken, musst die richtigen Daten irgendwo tatsächlich zur Verfügung
00:14:40: haben und du kriegst automatisiert eine sehr freundliche Antwort.
00:14:43: Hier ist der Tracking Link, da ist das Ding, wahrscheinlich ist dein Paket morgen
00:14:46: bei dir und der Kunde ist super zufrieden.
00:14:49: Wir machen derzeit 20 bis 25 Prozent aller Anfragen, die wir bekommen,
00:14:55: antworten wir automatisiert mit Gerda.
00:14:58: Das heißt also 75 Prozent werden noch manuell bearbeitet.
00:15:01: Was wir aber können ist, dass diese 25 Prozent, die wir jetzt frei haben,
00:15:06: die können wir wiederum benutzen.
00:15:07: Also es gibt ja zwei Möglichkeiten.
00:15:09: Entweder sagen wir investieren in eine bessere Kunden Experience
00:15:14: oder wir sagen in Kosten.
00:15:16: Was wir gemacht haben ist, wir haben in Kunden Experience investiert und
00:15:20: erhöhen da ganz stark den NPS.
00:15:22: Das heißt für uns Kundenzufriedenheit.
00:15:24: Ehrlicherweise die Masterkennzahl im gesamten Unternehmen,
00:15:28: Net Promoter Score, du darfst mal raten, wie hoch der bei uns ist.
00:15:33: 8, 5,
00:15:34: also was ist die höchste Zahl, den du jemals gesehen hast in dem Unternehmen?
00:15:40: Alles mit 8 ist schon mega geil.
00:15:42: Ich glaube, es gibt keinen mit 8, die ich wirklich kenne.
00:15:45: Also ich beschäftige mich seit über zehn Jahren mit dem ganzen ganzen Thema und
00:15:50: früher war es bei mir immer so Garten XXL und so weiter und so fort.
00:15:53: 50 bist du schon gut, das heißt also mehr als 50 Prozent der Leute
00:15:58: würden dich weiterempfehlen. Mega.
00:16:00: 60 Prozent Goldstandard, 70 Prozent Platin, 80 Prozent Never Seen.
00:16:06: Und jetzt kommt's, wir haben 84 im Durchschnitt und wir haben
00:16:09: im Februar 86 gehabt.
00:16:11: Das heißt also, die Kunden sind super, super, super zufrieden und
00:16:15: deswegen kommen sie wieder.
00:16:17: Okay, ihr macht ja auch etwas grundlegend anders als viele andere,
00:16:22: die auf Kosten gehen. Absolut.
00:16:25: Das ist auf jeden Fall spannend, auch in der heutigen Zeit, weil alle sagen
00:16:29: Kosten runterfahren, Kosten runterfahren,
00:16:32: ich glaube, die denken tatsächlich nicht an Übermorgen.
00:16:35: Das heißt also, während wir sagen, Retention ist der Hebel und Retention wird
00:16:40: ganz stark durch, ich sag mal, den NPS oder Zufriedenheit prediktet.
00:16:44: Und je höher du mit der Zufriedenheit bist, desto höher ist die
00:16:47: Wahrscheinlichkeit, dass du du nicht irgendwo anders hingehst.
00:16:50: Du kommst ganz automatisch wieder zu mir, Du nutzt meine App.
00:16:53: 40 Prozent unseres Umsatzes machen wir über die App.
00:16:57: Das heißt, es ist ein Invest in Kundenzufriedenheit und ehrlicherweise,
00:17:01: das zahlt sich für uns langfristig aus und wir denken da langfristig.
00:17:06: Was ich auch noch spannend fand, du hast gesagt, ich brauche Kunden.
00:17:10: Customer Centricity, Beziehung zwischen den Menschen, also langfristige
00:17:14: Beziehungen und auch zu den Partnern, das ist ja alles immer Vertrauen.
00:17:19: Eigentlich baust du überall Vertrauen auf.
00:17:21: Wir haben einen Wert im Unternehmen, vielleicht einmal die Unternehmenswerte in
00:17:24: aller Geschwindigkeit, also wir fangen immer an.
00:17:26: Customer Centric, erster Wert, dann Living Data, das heißt entscheide nur mit den
00:17:32: richtigen Daten, dann kommen wir in Richtung Embrace Change, das heißt also
00:17:35: nochmal Change ist nichts Böses, immer wieder ein bisschen
00:17:38: besser als der Tag davor.
00:17:39: Das ist unsere DNA.
00:17:41: Dann mein Lieblingswert, Build fast to last, heißt am Ende, komm in die Umsetzung
00:17:46: und bau aber was, was langfristig Erfolg hat.
00:17:48: Und dann last but not least, Trust in people.
00:17:51: Trust in people means noch mal, wir reden hier über Menschen und ehrlicherweise, das
00:17:56: ist ein Schwungrad, das sich weiterhin beschleunigt und größer wird, weil je
00:18:01: länger wir uns kennen, je besser wir miteinander tatsächlich privat und auch
00:18:05: beruflich wissen, was deine Stärken, was vielleicht auch deine Schwächen sind, umso
00:18:09: schneller und umso besser arbeiten wir miteinander und deswegen
00:18:12: sagen wir ganz ganz klar, dieses Long Term, das ist eigentlich die große Macht,
00:18:17: die alle unterschätzen und deswegen kurzfristige Optimierung, um die nächste
00:18:21: Million zu verdienen, können die anderen langfristiger Erfolg.
00:18:25: Das sind wir
00:18:26: Geschwindigkeit durch Vertrauen, du kennst das Buch oder?
00:18:32: Absolut, das ist so.
00:18:33: Also ist lesenswert, das Buch kann man, meine Empfehlung auch.
00:18:36: Also wir haben vor dreieinhalb Jahren, wir hatten noch nicht dieses ganze E Commerce
00:18:41: Konzept, es gab auch noch nicht eine ausgearbeitete Strategie.
00:18:44: Es gab damals eine Folie, da stand drauf am dritten Tag Mut und Geschwindigkeit.
00:18:49: Und das war tatsächlich im Endeffekt ist das aber eigentlich immer
00:18:52: noch das Thema Nummer eins.
00:18:55: Wir haben über die Jahre hinweg, haben wir eigentlich immer eine Tagline
00:18:58: für jedes Jahr gehabt.
00:18:59: Und ich kann es vielleicht noch mal erzählen.
00:19:01: Wir haben damals eine Fitnessphase gehabt, das waren die ersten drei Monate.
00:19:04: Konzentriere dich auf das, was für den Kunden wirklich den Unterschied macht.
00:19:08: Sei der Beste in dem.
00:19:10: Schritt eins.
00:19:10: Danach haben wir unsere Strategie ausgebaut.
00:19:12: Beauty in your pocket.
00:19:14: Das ist einfach eine Mobile First Strategie.
00:19:17: Bring die Leute auf den Shop, mach sie am besten zu App Kunden in
00:19:21: Verbindung mit Social Media. Geiles Thema.
00:19:23: Beauty in your pocket.
00:19:24: Irgendwie das Gegenstück zu Beauty in a Store.
00:19:26: Da sind wir Beauty in a pocket.
00:19:29: Dann haben wir das WE Commerce Konzept erschaffen.
00:19:31: Das ganze langfristige Thema, das Miteinander haben wir alles vorher schon
00:19:34: gemacht, aber wir haben es mal in Worte gefasst.
00:19:36: Unternehmenswerte.
00:19:37: Dann haben wir gesagt, 2025 war next level.
00:19:40: Das heißt, wir haben also alles das, was wir implementiert haben, noch mal auf ein
00:19:44: neues Thema gebracht und jetzt darfst du raten, was die Techline
00:19:48: für dieses Jahr ist. Hast du eine Idee?
00:19:54: Ai for the customer.
00:19:56: Wahr.
00:19:57: Hätte man nehmen können.
00:19:58: Was wir genommen haben, ist Day one.
00:20:01: Wir sind wieder eigentlich einmal durch und haben gesagt, okay, jetzt will ich
00:20:05: wieder diesen Hunger, dieses diese Neugier, ich sag mal dieses eigentlich wie
00:20:09: den ersten Tag noch mal spüren, weil wie gesagt, man kommt irgendwann wird
00:20:13: man selbst fett und kommt so in die Lage, dass man sagt, okay, das ist irgendwie
00:20:19: selbstverständlich, dass wir immer gewinnen.
00:20:21: Und das ist so meine größte Angst, dass wirklich die Leute Themen für
00:20:25: selbstverständlich halten.
00:20:26: Da komme ich um die Ecke, zieh dir am Ohr und sag dir, nichts ist
00:20:29: selbstverständlich, sondern wir müssen wieder wie day one sein.
00:20:32: Und das meint im Übrigen auch, dass wir die Chancen von KI und künstlicher
00:20:37: Intelligenz für uns sehr, sehr schnell und wahrnehmen und nicht okay, keine Ahnung,
00:20:42: das können dann andere machen, sondern dieses Mindset, das macht den Unterschied.
00:20:47: Eine Frage noch, wenn du sagst, Mut und Geschwindigkeit stand drauf.
00:20:52: Da gibt es, wenn ich mit anderen Unternehmenslenkern spreche, die sagen,
00:20:56: aber Professionalität, Qualität, Geschwindigkeit ist ja
00:21:01: nicht professionell.
00:21:05: Das bist nicht du, das weiß ich.
00:21:06: ich würde laut widersprechen.
00:21:08: Was würdest du sagen?
00:21:09: Meine Erfahrung ist 7 Jahre Konzern Karstadt Quelle.
00:21:13: Es war ein Ausbund von den Sachen, die du gerade beschrieben hast.
00:21:17: Super Leute, tolle Konzepte, riesige Sortimente, keine Ahnung,
00:21:23: 120000 Mitarbeiter, die eigentlich alles hätten machen können.
00:21:26: Haben sie aber nicht.
00:21:27: Sie haben die PS nicht auf die Straße bekommen.
00:21:30: Warum?
00:21:31: Weil ihnen Mut und Geschwindigkeit gefehlt hat.
00:21:33: Das heißt also klar machst du Fehler mit Mut und
00:21:36: Geschwindigkeit, aber es ist relativ simpel.
00:21:39: Es gibt so dieses Thema, entweder gewinnen wir oder wir lernen oder wie ich ganz
00:21:43: gerne auf die Schnauze fallen, ist eine Vorwärtsbewegung.
00:21:46: Das heißt also, mach das zu deinem Freund und dann ist das
00:21:52: wirklich etwas, mit dem du sehr erfolgreich sein kannst.
00:21:54: Geht das überall?
00:21:55: Ich glaube nicht.
00:21:56: Ich glaube, du musst wirklich herausfinden, ob das für dich der richtige
00:22:00: Weg ist und du musst auch schauen, ob dein Team in der Lage ist, Mut und
00:22:03: Geschwindigkeit zu fahren.
00:22:05: Ich kenne viele Unternehmen, ich glaube, die würde es zerreißen.
00:22:09: Ehrlicherweise würde es denen aber ganz gut tun, wenn sie sich
00:22:12: mal zerreißen würden.
00:22:15: Genau.
00:22:15: Und möglicherweise nicht mal eine Transformation, sondern mal
00:22:19: eine Disruption durchmachen.
00:22:21: Wir kennen so diesen alten Spruch der schöpferischen Zerstörung nach Schumpeter,
00:22:27: also bin ich ein großer Freund von.
00:22:32: Macht Sinn und nach Darwin sagst du ja auch sei agil, verändere dich.
00:22:37: Ist nicht der stärkste schnell.
00:22:39: Ja, aber es ist die Veränderung. Genau.
00:22:42: Größe und Stärke ist in unserer Welt immer weniger wert.
00:22:45: Es geht um Anpassungsfähigkeit und es geht um Geschwindigkeit und das ist nachher
00:22:51: die neue Währung, um die es wirklich geht.
00:22:54: Und ich würde sagen, das ist ein super Abschluss mit dem Mut und Geschwindigkeit
00:22:59: und die neue Währung, die Adaption. Danke dir.
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