140 Wie ein Familienunternehmen seit über 100 Jahren erfolgreich im Wandel bleibt

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00:00:00: Grandios, dass ihr wieder dabei seid zur insights!

00:00:03: Mein Name ist Joubin Rahimi und heute mit dabei, nicht nur zum ersten Mal, sondern

00:00:07: zum dritten Mal sprechen wir miteinander Philipp Ehlert von Gustav Ehlert.

00:00:10: Hi Philipp. Moin Joubin.

00:00:12: Du bist ja schon quasi Stammgast, magst du aber trotzdem zwei, drei Sätze zu dir

00:00:16: sagen für diejenigen, die dich vielleicht noch nicht hier gesehen haben?

00:00:19: Okay, mein Name ist Philipp Ehlert, ich bin 46 Jahre alt,

00:00:24: Familienvater, habe einen Sohn und leite unser Familienunternehmen kann ich ja

00:00:30: mittlerweile schon fast sagen, die Gustav Ehlert GmbH Co.

00:00:33: KG, jetzt in vierter Generation.

00:00:35: Wir sind vor zwei Jahren 100 geworden und wir sind ein Fachgroßhandel für

00:00:40: Nahrungsmittelproduktionsbedarf, also alles, was man braucht, um Lebensmittel

00:00:43: herzustellen, außer dem Rohstoff, ganz grob umschritten.

00:00:47: Insofern alle von uns haben mal was von euch gegessen oder mitgenommen oder

00:00:52: sind mit Messern in Berührung gekommen.

00:00:54: Ich würde noch nicht, also gegessen, was unsere Kunden herstellen, das mit

00:00:58: Sicherheit ziemlich egal wo, also ob das im Supermarkt, also LEH ist, ob das

00:01:04: in der Gastronomie ist, aber alles was man da so bekommt, sind eigentlich Produkte,

00:01:08: die unsere Kunden wiederum mit unseren Produkten herstellen.

00:01:11: Insofern für jeden was dabei und für heute sollte auch was dabei sein

00:01:18: und wir haben überlegt über übermorgen zu reden.

00:01:22: Wir dürfen mit euch einiges Spannendes machen, aber darauf will ich gar nicht

00:01:26: fokussieren, sondern du sagst immer, es geht dir nicht

00:01:29: schnell genug mit den Sachen.

00:01:30: Man kann auch viel, viel mehr machen und ich spiegel dir wieder, ihr macht als

00:01:34: Firma schon echt eine Menge mehr als andere Firmen, die wir so kennen

00:01:38: und deswegen übermorgen ist aber ein ganz tolles Thema, was man nicht

00:01:41: heute, sondern übermorgen macht.

00:01:44: AI, wir sind hier auf dem ECC Forum.

00:01:46: AI ist ein großes Thema.

00:01:48: Robotik wird auch noch genannt hier.

00:01:50: Wo siehst du die Sachen, wo du sagst, da bereitest du dich und die

00:01:54: Firma auf übermorgen vor?

00:01:58: Ich glaube, das Themenfeld zwischen AI und Robotik ist ja schon aufgespannt.

00:02:05: Das machen wir auch.

00:02:07: Kurzer Satz, wir versuchen das, sagen wir so,

00:02:11: in den Bereichen, wo wir AI einsetzen, sind wir jetzt dabei.

00:02:16: Die Auftragsbearbeitung, also wir sind ja ein klassischer Großhandel und ein

00:02:21: Großteil unserer Aufträge kommt immer noch irgendwie postalisch rein, also

00:02:26: E Mail, nicht per Post oder

00:02:30: Ja, ist ja dasselbe.

00:02:30: Also was ich jetzt bekomme für ein Bild Dokument, ist ja eigentlich

00:02:34: ziemlich egal, ob das.

00:02:35: Wir haben auch tatsächlich einmal im Jahr immer noch reale Post.

00:02:38: Unabhängig davon, wir kriegen halt E-Mails und da sind irgendwelche Dokumente dran

00:02:43: und die müssen wir verarbeiten zu Bestellungen.

00:02:45: Das wäre halb so wild, wenn das irgendwie alles immer eine Vorlage

00:02:48: wäre, die benutzt wird.

00:02:49: Aber du hast halt Qualitäten von bis, du hast eingebettete Texte, du hast nur

00:02:53: Bilder, egal was da kommt handschriftlich eingeblendet gescannte Zettel

00:02:57: und da machen wir jetzt halt ein Projekt, wo wir sagen, okay, wir nehmen mal eine

00:03:01: KI, lassen die drüber laufen und gucken mal, kriegen wir das ausgelesen.

00:03:06: Dann musst du halt gucken, fehlerfrei schreibt der Kunde eine vernünftige

00:03:10: Artikelnummer drauf, eine vernünftige Bezeichnung, wenn nein, wie kommst du an

00:03:13: die Daten ran und so weiter und so fort.

00:03:15: Ich weiß, da gibt es auch Anbieter auf dem Markt, die das schon tun,

00:03:20: aber das sind natürlich auch alles immer so Sachen, du musst

00:03:22: die ja auch trotzdem auf deine Daten, respektive die Daten, die deine Kunden dir

00:03:26: dann in dem Fall zuliefern, immer noch anpassen.

00:03:28: Also das Plug and Play KI kann, das gibt es ja noch nicht so wirklich

00:03:34: einfach um eben bei uns dann intern dafür zu sorgen, dass Menschen nicht mehr

00:03:39: einfach am Telefon oder vom Papier, also in dem Fall vom Bildschirm, Dinge abtippen

00:03:45: müssen, also eine doppelte Datenerfassung machen müssen und Zeit mit einer

00:03:50: stupiden Arbeit verbringen, sondern für unsere Kunden zur Verfügung stellen,

00:03:53: wenn die wirklich ein Thema haben.

00:03:55: Ich möchte ja Fragen beantworten, ich möchte eine

00:03:58: Produktberatung intensivieren, ich möchte sagen, OK, aktuelle Situation

00:04:03: gerade zum Beispiel, wir haben die und die Rahmenbedingungen wirtschaftlich, das

00:04:07: heißt die und die Lieferzeiten verlängern sich oder wie auch immer.

00:04:10: Also ich möchte proaktiv mit den Kunden kommunizieren und die Beziehung aufbauen,

00:04:13: weil das können Menschen halt einfach besser.

00:04:16: Ja, oder überhaupt, also na stimmt ja gar nicht,

00:04:21: stimmt ja gar nicht, Auch Bots können ja super Beziehungen

00:04:24: aufbauen, leider mittlerweile.

00:04:27: Aber unabhängig davon ist das ein Fund, womit der Mensch halt immer noch wuchern

00:04:30: kann oder einen kreativen Lösungsansatz zu erarbeiten, weil einfach Dinge

00:04:35: datentechnisch nicht zusammenpassen und man einfach mal eine komplett kranke

00:04:38: Assoziationskette braucht, um auf eine Lösung zu kommen.

00:04:41: Das möchte ich, dass meine Mitarbeitenden das tun und deswegen möchte ich sie

00:04:44: von den anderen Aufgaben entlasten.

00:04:46: Das ist ein Projekt, das wir jetzt ganz aktuell machen.

00:04:49: Dann machen wir so was Robotik zum Beispiel fangen wir jetzt Mitte diesen

00:04:53: Jahres an mit fahrerlosen Transportsystemen bei uns im Lager.

00:04:57: Wir haben ja das letzte Jahr Automatisierung gemacht, also Einlagerung,

00:05:02: Hochregallager, Auslagerung läuft quasi automatisch automatisiert

00:05:07: und gehen jetzt hin und sagen, okay, den Transport quasi von der Warenabgabe volle

00:05:11: Palette hin ins Regal zum Nachfüllen oder auf den Platz, wo es verwendet wird,

00:05:16: den machen wir jetzt quasi mit Robotik.

00:05:19: Und da gibt es natürlich noch ganz viele andere Ideen, die man machen kann.

00:05:22: Wir gucken uns regelmäßig auch Dinge an, zum Beispiel Cobots, also Roboter, die man

00:05:28: einsetzen kann als wirklichen Mitarbeiter.

00:05:33: Genau, die nebenbei mitlaufen, weil die halt von der Sicherheitseinstellung

00:05:36: keinen Zaun brauchen. Das sind keine riesen wuchtigen Maschinen.

00:05:39: Wo kann man die zum Beispiel bei uns in der Gewürzproduktion einsetzen

00:05:43: und solche Themen.

00:05:44: Und so guckt man halt immer, wo kann ich einen Trend aufgreifen, was ist

00:05:49: gerade cool, versuchen schnell was umzusetzen, um es so auszuprobieren, passt

00:05:53: das für uns, passt das in unsere Prozesse?

00:05:54: und in unser Unternehmen kann uns das einen Mehrwert bieten auf lange Sicht?

00:05:58: Und dann ist es eben nicht nur, rechnet sich das, sondern

00:06:01: was kann ich vielleicht stattdessen für Stärken entwickeln oder

00:06:06: Ressourcen anders einsetzen.

00:06:08: Oder auch zu sagen, Digga, war eine gute Idee, ist aber für den Quark, lass mal

00:06:12: bleiben, wir konzentrieren uns jetzt auf was Neues.

00:06:14: Ist es denn bei euch in der Branche so, dass du sagst, ihr habt auch einen

00:06:16: Preiskampf, weil dann die LEH und Gastro dann drauf kommen und sagen,

00:06:21: Qualität ist zweitrangig, aber ich brauche jetzt einfach mal 20 Prozent, keine

00:06:26: Ahnung, 2 Prozent, 0,2 günstigeren Preis.

00:06:30: Wir haben immer einen Preiskampf, haben wir aber schon seit, ich will nicht

00:06:35: direkt sagen seit der Unternehmensgründung, aber spätestens mit

00:06:38: dem Aufkommen vom Lebensmitteleinzelhandel haben ja unsere Kunden einen Preisdruck,

00:06:44: weil der günstigste kriegt den Zuschlag und dadurch haben wir natürlich auch den

00:06:48: Preisdruck, weil wir liefern ja quasi die C Artikel zur Lebensmittelproduktion und

00:06:53: die dürfen einfach keinen riesen Kostenbeitrag an dem Endprodukt

00:06:58: haben, dürfen sie einfach nicht. Punkt.

00:07:00: Und wir waren deswegen immer schon dahin getrieben, dass wir möglichst effizient

00:07:04: unsere Prozesse umsetzen, weil wir uns das gar nicht leisten können.

00:07:08: Du bist eigentlich im Spagat zwischen du musst total effizient sein, aber

00:07:12: auch gleichzeitig einen super Kundenservice und Produkte

00:07:16: liefern zu können.

00:07:17: Genau, das ist der Spagat, den ihr seit über 100 Jahren fahrt.

00:07:23: Genauso, das ist ganz gut zusammengefasst.

00:07:25: Also erstmal ist Wahnsinn und das Unternehmen über 100 Jahre alt.

00:07:29: Es gibt gar nicht so viele.

00:07:30: Ich glaube, der Durchschnitt ist bei 50 oder 55 Jahren.

00:07:33: Das kann sein.

00:07:35: Eine großartige Leistung, auch über die Generation hinweg.

00:07:38: Also muss man auch einfach mal so sagen, dass es toll ist.

00:07:42: Großartig.

00:07:44: Was witzig ist, ich krieg ja immer hier aus der IHK

00:07:48: Ostwestfalen, so einmal im Monat gibt es so eine Zeitung,

00:07:52: ich weiß gar nicht, ob Wirtschaft, OWL oder so heißt die und da stehen immer

00:07:54: Firmenjubiläen drin und seit wir 100 sind, gucke ich immer wer ist denn älter?

00:07:58: Und erstaunlicherweise gibt es in jeder Ausgabe immer Unternehmen so 125 130, wo

00:08:03: ich denke, da müssen wir auch noch hinkommen.

00:08:06: Ja, aber die überholt ihr nicht mehr. Naja, überholt.

00:08:09: Ne, das nicht, aber so als Marke Wegmarke, nicht als Markemarke.

00:08:17: Und in diesen Jahrzehnten habt ihr euch ja auch immer wieder verändert und es ist ja

00:08:21: auch die die Mitarbeiter verändern sich ja oder sollten sich ja auch

00:08:24: verändern in dem Sinne.

00:08:27: Wie macht ihr das? Weil hast ja vieles angesprochen.

00:08:30: Auf einmal fährt jemand Lagerist, fährt nicht mehr die Paletten rum,

00:08:34: sondern soll andere Aufgaben machen.

00:08:35: Kann er das überhaupt oder will er das? Ich weiß gar nicht.

00:08:38: Vielleicht sagt er: Ja geil, ich habe keinen Bock mehr auf Paletten oder sagt

00:08:41: eigentlich ist Paletten schieben ganz toll.

00:08:42: Ne, das haben wir jetzt schon bei dem ersten Step mit dem

00:08:45: Hochregallager gemerkt.

00:08:48: Es gibt den Teil an Mitarbeitenden, die sagen, das ist geil, das ist schön, ich

00:08:51: beschäftige mich damit und ich unterstütze alle dabei, um das umzusetzen

00:08:55: und um das erfolgreich zu machen.

00:08:57: Also glaube ich, Early Adopter kann man das nennen, wie auch immer man

00:09:00: das theoretisch aufmachen will.

00:09:02: Und dann gibt es halt so einen ganzen Block träge Maße, jetzt nicht im negativen

00:09:05: Sinn, aber die sind halt einfach die wissen nicht genau,

00:09:09: ist das gut für mich, was da kommt?

00:09:11: Wird das gegen mich verwendet?

00:09:12: Mache ich irgendwas kaputt?

00:09:14: Also verschiedenartige Gründe, warum man das nicht so begeistert annimmt.

00:09:17: Die kann man aber abholen, indem man ihnen den Mehrwert einfach deutlich

00:09:20: macht und das ist tägliches Doing.

00:09:22: Also es gab in den letzten anderthalb Jahren, seit dieses Projekt jetzt quasi

00:09:26: wirklich ans Leben gekommen ist, nicht einen Tag, wo ich nicht mindestens eine

00:09:29: Stunde, zwei, manchmal auch den ganzen Tag im Lager rumgelaufen bin oder auf der

00:09:33: Baustelle, um eben genau das zu tun.

00:09:35: Nicht nur zu gucken, wird das ordentlich, sondern auch Leute abzuholen,

00:09:38: denen das zu erklären.

00:09:40: Und dann gibt es die, die sagen, ne, will ich nicht.

00:09:43: Und das ist in der Regel immer ein Thema von Wollen.

00:09:45: Es ist kein Können, es ist kein Dürfen, es ist ein Wollen Thema.

00:09:49: Und an das Wollen Thema kommst du ganz schwierig ran.

00:09:51: Dann kannst du irgendwann ja, pass mal auf, das ist schön.

00:09:54: Du musst jetzt bitte das so machen.

00:09:56: Und wenn du das nicht so machst, dann muss ich für dich einen anderen

00:09:58: Einsatzzweck finden.

00:10:00: Und wenn du damit nicht klar kommst, dann ist es für mich fein, wenn du gehst.

00:10:03: Ich zwinge ja keinen bei uns zu arbeiten.

00:10:06: Aber die Rahmenbedingungen sind nun mal einfach so und die setzen wir auch als

00:10:10: Geschäftsführung einfach damit wir halt auch noch die

00:10:13: nächsten 100 Jahre das tun können, was wir tun und nicht damit sich Einzelne quasi

00:10:18: wohlfühlen und gebauchpinsel fühlen, wenn sie das nicht mitgehen wollen.

00:10:21: Ist ja auch nicht fair den anderen gegenüber.

00:10:23: Nein, sowieso nicht.

00:10:26: Wir haben Lageristen oder ich hatte Lageristen angesprochen im Sales Marketing

00:10:30: oder Sales Team, Auftragsbearbeitung Inside Sales ist genau das Gleiche,

00:10:35: Ist genau das Gleiche.

00:10:38: Ich glaube aber nein, es ist genau das Gleiche.

00:10:41: Auch da haben wir Leute, die sagen, wenn wir solche neuen Dinge aufsetzen und

00:10:43: mit denen sprechen, finde ich gut.

00:10:45: Und wir haben welche, die sagen, mein Job und

00:10:49: also nur mal, um das ganz klar zu sagen, wir machen das nicht, um Jobs abzubauen,

00:10:53: sondern um Jobs anders auszurichten, auch tatsächlich irgendwie

00:10:56: anforderungsgerechter zu machen, auch für die Person vernünftig zu gestalten, dass

00:11:01: sie auch Spaß an der Arbeit haben können.

00:11:05: Aber wenn jemand das nicht möchte, dann werde ich ihn nicht abholen und dann

00:11:09: muss auch da jemand dann eben gehen können und dürfen und dann auch sollen.

00:11:15: Aber da ist es dasselbe auf jeden Fall.

00:11:18: Wir haben über in Berlin einmal über Ausbilder gesprochen.

00:11:22: Du bildest ja auch aus und bist auch im Gremium oder im Prüfungsgremium

00:11:26: mal drin gewesen.

00:11:28: Ich bin quasi in einem Prüfungsausschuss.

00:11:30: Wir nehmen das mündliche Fachgespräch als Abschlussprüfung zur Ausbildung von

00:11:35: E Commerce Kaufleuten, das machen wir

00:11:37: und das finde ich mega spannend, weil du bist da quasi da bei den

00:11:40: jungen Menschen dran.

00:11:43: Wie nimmst du da das Ganze wahr?

00:11:45: Sind die offen gegenüber Freunden, die sich darüber sagen, so ganz

00:11:49: normal mache ich so oder so schon?

00:11:54: Ja, also grundsätzlich, es gibt natürlich eine unglaubliche Technologieoffenheit

00:11:59: im Sinne von probiere ich mal aus.

00:12:02: Was mir stark auffällt, ist so das übertragen in den geschäftlichen Kontext.

00:12:08: Wir haben immer ganz viele Fachgespräche, die sind sehr auf ein bestimmtes

00:12:12: Projekt natürlich fokussiert.

00:12:14: Da fällt so ein bisschen der Rahmen, der Fokus, der Blick ist dann

00:12:18: sehr eng auf ein Thema gerichtet.

00:12:20: Wenn man dann aber mal auf die Metaebene geht und sagt, okay, warum machen wir das

00:12:24: Ganze, wird das ziemlich schwierig, die da hinzubekommen zu sagen, das ist ja für das

00:12:28: Unternehmen, für Umsatz, für Wachstum.

00:12:30: Am Ende des Tages sind wir Wirtschaftsunternehmen und es muss sich

00:12:33: rechnen, was wir tun und da ist so ein bisschen noch so, da

00:12:37: fehlt so ein bisschen der Blick darauf, dass man das dafür macht.

00:12:42: Die probieren unglaublich gerne aus, aber so auch ein bisschen

00:12:46: ziellos, sage ich mal.

00:12:49: Aber die haben am wenigsten Angst vor den Dingen.

00:12:51: Das würde ich auf jeden Fall sagen.

00:12:52: Und es gibt immer wieder überraschende Impulse, wo man sagt,

00:12:55: ich sehe das so und so und ich würde das gerne so und so machen und ah

00:12:58: cool, super, probieren wir aus.

00:12:59: Gar nicht drüber nachgedacht, ist eine gute Idee.

00:13:03: Also im Endeffekt, ihr geht die Themen an.

00:13:06: Du hast gesagt einfach machen und lieber klein starten.

00:13:10: Ja, kalter Kaffee, aber ja, kalter Kaffee,

00:13:13: also aber ich sag mal starten ist nicht so kalter Kaffee, ne?

00:13:18: Aber das Thema, wie heißt das so schön?

00:13:21: Fail fast, learn fast oder wie auch es gibt ja Phrasen ohne Ende.

00:13:25: Es ist ja schon seit Gefühl Jahren irgendwie auf der Agenda so mit

00:13:29: diesem Agilitätsschwung kam das alles rein.

00:13:32: Was ich aber feststelle ist, dass bei ganz vielen Unternehmen das Starten schon die

00:13:37: erste Hürde ist, weil ich muss meinen Vorgesetzten abholen,

00:13:42: der muss seinen Vorgesetzten abholen.

00:13:43: Also dass die Entscheidungsketten einfach viel zu lang geworden sind und je größer

00:13:47: das Unternehmen, desto länger diese Kette und dann wird da schon so viel

00:13:51: zwischendrin rum theoretisiert, was alles nicht geht.

00:13:54: Und was alles nicht funktionieren kann, dass am Ende das Starten gar nicht mehr

00:13:58: stattfindet, weil es wird ja eh nichts.

00:14:00: Und mein Ansatz ist ja, und das ist das Schöne, wenn man das selber entscheiden

00:14:04: kann und sagen kann, hey, finde ich eine gute Idee, lass mal ausprobieren und

00:14:08: dann probieren wir das einfach aus.

00:14:09: Und dann kann man immer noch sagen zu einem Punkt, Scheiße bringt gar

00:14:14: nichts, lass mal wieder aufhören.

00:14:16: So sind auch die Verträge mit uns. Genau.

00:14:18: Also du sagst, okay, machen wir, machen wir

00:14:22: nicht und wir haben dafür weniger Sicherheit, aber du

00:14:24: hast maximale Freiheit.

00:14:26: Ja, aber ganz ehrlich, das Thema Sicherheit

00:14:30: ja auch, aber auch, also nicht für euch, nicht für mich, aber

00:14:36: mal grundsätzlich das Thema Sicherheit getroffen.

00:14:42: Naja, was halt guten Punkt.

00:14:43: Aber wir reden doch die ganze Zeit von unsicherem Umfeld.

00:14:47: Wir haben vor 10 Jahren gesagt, boah, das Arbeitsumfeld VUCA und wie sollen wir

00:14:51: Mitarbeiter holen und jetzt haben wir seit vier Jahren Krieg in der Ukraine bzw.

00:14:56: Russland hat die Ukraine völkerrechtswidrig angegriffen.

00:14:59: Unsichere Zeiten.

00:15:01: Seit Anfang März bombt Trump in den Golfstaaten rum und

00:15:04: meint, er wäre der King. Entschuldigung bitte.

00:15:06: Also haben wir den Iran Konflikt.

00:15:10: Unsichere Zeiten und alle sagen immer unsicher, unsicher, unsicher.

00:15:13: Aber wenn wir jetzt über Business reden, will ich hundertprozentige Sicherheit?

00:15:18: Wer glaubt denn da dran?

00:15:21: Wenn noch eins sicher ist, dann ist es immer der Wandel und die

00:15:24: Unsicherheit, die damit einhergeht.

00:15:25: Es gibt keine Sicherheit.

00:15:27: Ich gewinne nur Souveränität und Vertrauen, wenn ich Dinge tue, Erfahrungen

00:15:33: sammel und daraus lerne und die Fehler beim nächsten Mal nicht mache.

00:15:37: Das ist die einzige Sicherheit, die ich habe.

00:15:39: Aber wenn ich immer nur darüber diskutiere, was alles schiefgehen kann,

00:15:41: dann gewinne ich niemals Sicherheit.

00:15:43: Dann bin ich immer nur certain, dass es sowieso nicht funktioniert.

00:15:46: Total geil.

00:15:47: Aber wenn alle immer sagen, es funktioniert sowieso nicht, dann komm

00:15:50: bitte, dann Höhle, Feuer, nur Höhle, Feuer hätte ja keiner gesagt.

00:15:57: Das könnte die ganze Höhle in Brand setzen.

00:15:59: Das können wir nicht machen.

00:16:00: Das ist mit den Kindern, Entschuldigung, aber das ist das, was ich meine.

00:16:03: Du kannst nicht immer sagen, oder wir sind in unsicheren Zeiten

00:16:07: sowieso politisch, gesellschaftlich, wirtschaftlich, daraus folgen,

00:16:13: also gerade auch politisch, wirtschaftlich, ökologisch.

00:16:17: Aber wenn ich was auch immer ausprobieren möchte für einen kleinen Batzen Geld dann

00:16:21: brauche ich die hundertprozentige Sicherheit.

00:16:24: Noch bescheuerter kann man sich eigentlich nicht verhalten.

00:16:27: Ich finde das mega.

00:16:30: Ich freue mich richtig.

00:16:31: Ja, weil das ist der unternehmerische Geist.

00:16:36: Wie behältst du den auch im Unternehmen?

00:16:40: Ja, ungefähr so.

00:16:44: Ganz ehrlich. Nein, weiß ich nicht.

00:16:45: Aber ich war immer schon ungeduldig.

00:16:48: Ich war immer schon kribbelig.

00:16:49: Ich wollte immer schon Dinge machen.

00:16:50: Und wenn ich eine Idee habe, möchte ich die bitte jetzt umgesetzt haben.

00:16:52: Ich weiß, dass das nicht immer geht.

00:16:54: Ich bin auch in den letzten zehn Jahren ruhiger geworden.

00:16:56: Aber grundsätzlich hinsetzen, einen Plan machen, da will ich hin.

00:17:00: Das ist meine Idee.

00:17:01: Vielleicht holst du dir noch zwei, drei Leute, die Plan haben von dem, was sie

00:17:04: tun, unterhältst dich mit denen und guckst, ist das der

00:17:06: richtige Weg, ja oder nein?

00:17:08: Wenn du dann zu dem Ergebnis kommst, ja, finde ich gut, will ich machen.

00:17:12: Mach schnell

00:17:15: und du musst alles im Unternehmen über dich gehen?

00:17:19: wir haben ja eine klare Aufgabenteilung.

00:17:22: Ich bin ja nicht alleiniger Geschäftsführer.

00:17:23: Wir haben noch den Herrn Ortkraft bei uns.

00:17:25: Der macht bei uns vor allen Dingen Einkauf und die Vertriebsthemen und mit dem

00:17:29: tausche ich mich natürlich regelmäßig aus.

00:17:32: Ich sag, ich habe da eine Idee.

00:17:33: Oh Gott, geh doch weg.

00:17:35: Also da ist schon immer die erste Challenge.

00:17:38: Aber im Grunde genommen arbeiten wir relativ autark und informieren

00:17:40: uns über das, was wir tun.

00:17:42: Und wenn wir dann wirklich sagen, das finde ich aber kompletten Quatsch oder ich

00:17:45: habe da schon mal die Erfahrung gemacht, dass das ein bisschen schwierig wird.

00:17:47: Versuch doch mal lieber so, dass wir uns so ein bisschen gegenseitig

00:17:50: quasi optimieren.

00:17:52: Und dann habe ich immer noch meinen Vater mit im Unternehmen, den Senior, den ich

00:17:56: natürlich auch immer noch bei denen oder anderen Entscheidungen

00:17:58: mit überzeugen muss.

00:18:00: Und bei Mitarbeitenden, wie schaut es da aus?

00:18:03: Also ist dieses Mindset bei euch beiden in der Geschäftsführung so oder

00:18:11: Es ist bei uns beiden so.

00:18:12: Das ist auch bei den meisten Mitarbeitern.

00:18:15: Wir sind gerade dabei so ein bisschen auch.

00:18:17: Wir waren ja immer sehr flach organisiert.

00:18:19: Also wir hatten die Geschäftsführung und dann hatten wir eigentlich alle anderen.

00:18:22: Und wir haben jetzt an strategischen Positionen haben wir sozusagen

00:18:26: noch eine Führungsebene eingebaut.

00:18:27: Ihr Seid ja kein 10 Mann Betrieb.

00:18:28: Wir haben im Moment 104 Leute im Lager in der Produktion.

00:18:33: Wir haben Fahrer.

00:18:34: Wir haben das ganze Büro.

00:18:36: Und dann haben wir gesagt, weil man ja auch nicht so wirklich zu jedem, also

00:18:40: nicht zu ganz vielen Menschen eine Bindung aufbauen kann.

00:18:43: Also man spricht so von zehn, bei mir sind es wahrscheinlich eher fünf.

00:18:45: Bin nicht so der People.

00:18:49: Da brauchst du halt Leute, die das für dich tun und mit denen

00:18:52: diskutieren wir das jetzt auch.

00:18:53: Wir haben bei uns ein Team aus diesen jungen Leuten gebildet, das nennen

00:18:56: wir ganz provokativ Innovationsteam.

00:18:59: Aber das ist einfach nur das.

00:19:01: Wir treffen uns einmal im Monat, da werden wichtige Themen dann aufgelistet über

00:19:05: die vier Wochen, die so aufploppen.

00:19:07: Dann besprechen wir das, sagen, das könnte eine Lösung, das könnte eine Lösung sein.

00:19:09: Bitte kümmer dich drum.

00:19:11: Nächstes Mal Lösung präsentieren, umsetzen.

00:19:13: Danke.

00:19:14: Dass man so ein bisschen in den Schwung kommt.

00:19:15: Das ist schon ein bisschen, das dauert schon länger als noch vor 15 Jahren.

00:19:20: Aber es ist halt einfach notwendig, um wirklich auch diesen Geist

00:19:23: überall reinzutragen.

00:19:25: Dazu brauchst du aber auch auf der anderen Seite natürlich die innere Einstellung

00:19:28: dazu und die hat halt einfach nicht jeder, die braucht aber auch nicht jeder.

00:19:32: Das erwarte ich nicht davon.

00:19:33: Aber dass die wissen, wie wir ticken, das ist wichtig Und dass wir so ticken,

00:19:37: wie wir ticken und das ist wichtig.

00:19:38: Ich mache was und hör mal wieder auf und das ist gut ist, dass man sagt, ich

00:19:41: probiere es aus und das ist nicht Wankelmut, sondern das ist Mut.

00:19:46: Genau.

00:19:46: Und das am Ende eben trotzdem, was dabei rumkommt.

00:19:50: Und man lernt natürlich auch dadurch, dass das, was ich ganz wichtig finde, dass es

00:19:54: halt auch eine Fehlerkultur tatsächlich gibt, dass auch der Chef darf Fehler

00:19:59: machen und dann hat das auch Konsequenzen, aber

00:20:04: eben nicht die, dass er dann am Ende des Tages den Kopf abgeschraubt kriegt,

00:20:07: sondern eben, dass man was gelernt hat, dass man vielleicht ein bisschen

00:20:11: irgendwo Geld reingesteckt hat, dass man nicht wiederbekommt, aber dass es

00:20:14: trotzdem so ist, dass es weitergeht.

00:20:17: Und das nimmt natürlich auch die Angst davor zu scheitern,

00:20:20: auch im kleinen Kontext.

00:20:23: Und ich glaube, das ist ein super Schlusswort gerade das Ende,

00:20:28: keine Sicherheit, die gibt es nicht.

00:20:30: Machst dir was vor.

00:20:31: Wagen.

00:20:32: Es können ganz, ganz viele was von euch und von dir auch lernen.

00:20:36: Vom Herzen, Philipp, wirklich.

00:20:39: Danke dann danke.

00:20:41: Schreibt gerne dazu, was ihr dazu denkt.

00:20:43: Und Philipp ist aktiv auf LinkedIn. Genau.

00:20:47: Könnt ihr bestimmt auch Philipp direkt fragen, wenn so der eine

00:20:50: oder andere Idee da ist.

00:20:51: Oder es ergeben sich bestimmte Sachen.

00:20:52: Es haben sich ja auch schon über unsere Netzwerke Beziehungen ergeben.

00:20:56: Kommt auf mich zu über LinkedIn oder schreibt mir eine Mail oder ihr findet

00:21:00: meine Kontaktdaten auch auf ehlert-shop.

00:21:01: de unter Ansprechpartner.

00:21:03: Also ich bin verfügbar, wenn irgendjemand was sagen möchte, anderer Meinung

00:21:08: ist, andere Erfahrungen hat.

00:21:09: Wir können uns gerne über alles austauschen.

00:21:12: Danke dir.

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